Monatsarchiv: März 2013

Mit dem 52×1 zum ersten Buch

Im Vergleich zu Kilogramm oder Meter ist die Einheit Buch ganz anders. Man kann zwar zählen 1 Buch, 2 Bücher und so fort, genau wie bei den Maß‑ und Gewichtsangaben auch, aber irgendwie gibt es schon einen Unterschied. Im Artikel dieser Woche soll es jedoch nicht darum gehen, zu zeigen, was genau die Eigenschaften eines Buches sein müssen, damit wir es Buch nennen (denn das bereitet uns im Alltag kaum Probleme). Vielmehr nämlich ist das, was viele vom Schreiben abhält, die Frage: was genau und wie viel muss ich denn eigentlich tun, damit am Ende ein Buch herauskommt?

Dass niemand Angst vor einem Meter hat, weil er aus 1000 Millimetern besteht, verwundert kaum. Aber dass manche Bücher 1000 Seiten haben, das ist für viele, die überlegen ihr erstes Buch zu schreiben, oft etwas abschreckend. Denn 1000 Seiten Text schreiben sich nicht an einem Tag und die meisten Menschen trauen sich nicht zu, soviel zu schreiben (vor allem dann nicht, wenn sie keine geborenen Viel- und Gernschreiber sind). Daraus entsteht dann womöglich eine Art Angst, die sich vom Umfang eines Buches herleitet: Das schaffe ich nie!

Diese Angst ist unbegründet und entsteht einerseits dadurch, dass man sich vom Buchumfang abschrecken lässt („So viel kann ich gar nicht schreiben!“), und zweitens dadurch, dass man sich das Schreiben eines Buches falsch vorstellt („Das würde mir gar nicht alles einfallen!“). Diese beiden Angstursachen lassen sich dabei leicht beseitigen und ich gebe im Folgenden ein paar Tipps, wie sich jeder selbst diese Schreibangst nehmen kann.

(Hinter allen folgenden Ratschlägen steht immer die eine, grundlegende Regel: Man muss Spaß am Schreiben haben. Wenn das nicht der Fall ist, dann ist alles andere vergebens.)

Widmen wir uns zuerst der Angst vor den fehlenden Ideen, die ganz eng mit den falschen Vorstellungen vom Schreibprozess selbst verknüpft ist. Eine Idee, um die man das Buch herum schreiben will, die braucht es freilich am Anfang immer. Sonst würde man ja gar nicht erst anfangen. Wenn Sie jedoch Ihre Idee haben, um die ein Buch entstehen soll, dann kann es auch sogleich losgehen. – Aber nicht mit dem (Buch)Schreiben!

Denn das ist (ganz gleich, ob es sich um ein Fachbuch oder einen Roman handelt) der Fehler, der möglicherweise viel zu oft passiert: Man schreibt einfach drauflos und wundert sich dann, dass einem auf dem Weg die Ideen ausgehen, dass das Buch nicht den gewünschten Umfang hat, oder dass man eigentlich nur einen guten Anfang, ein gutes Ende aber einen schnarchlangweiligen Mittelteil zu Papier gebracht hat. Denn solche Meister gibt es nur wenige, die während des Schreibens ihre Bücher erfinden (und dann heißt das auch noch nicht, dass am Ende ein gutes Buch herauskommt).

Den meisten Textschaffenden wird es ähnlich gehen: Ein Buch schreiben, das ist mehr, als wild in die Tasten zu hämmern. Texte schreiben bedeutet: Wissen, worüber man schreibt. Dieses Wissen kann sich dabei je nach Buch ganz unterschiedlich zusammensetzen. Eingehende Recherche bei Fachbüchern ist immer ein guter Beginn, eine Auflistung aller wichtigen Themen schon fast der Startschuss. Ähnlich ist es auch bei Romanen. Auch dort kann in bestimmten Genres eine eigehende Recherche notwendig sein (historischer Roman etc.)

Gehen wir an dieser Stelle davon aus, dass die Recherche erledigt ist und man sich wohlfühlt in dem Thema, über das man schreiben möchte – auch dann sollte man noch nicht mit dem Schreiben selbst beginnen. Denn obwohl die Grundlage schon eine sehr gute ist, so fehlt dem Buch doch noch sein eigentliches Skelett. Dieses zusammenzukitten ist von den wichtigen Vorarbeiten die notwendige. Denn eine Idee ist noch kein Buch. Die Idee muss ausgeführt werden, sie muss zu etwas werden, das länger hält als die Dauer eines Geistesblitzes. Hier liegt nun auch der Dreh- und Angelpunkt aller guten Bücher: Die Idee muss zu einem Text werden.

Das genaue Vorgehen lässt sich nicht beschreiben, wie dieser Schritt bewerkstelligt werden kann. Hier muss jeder seinen eigenen Stil finden. Jedoch ist es immer wichtig, dass man sich über den Anfang und das Ende hinaus überlegt: was passiert eigentlich genau in der Mitte des Buches? Um diese Frage dreht sich dann alle weitere Beschäftigung. Man muss Personen erfinden, ihnen eine Biografie verpassen, man braucht Handlungsmotive, man benötigt Handlungsstränge. Eben all das, was der Schriftsteller erfinden muss, damit er sein Buch schreiben kann.

Je genauer man bei der Planung seines Buches vorgeht, desto mehr bildet sich schon vor dem ersten Wort des eigentlichen Textes die Geschichte im Kopf heraus. Je mehr man Handlungsskizzen, Charakterskizzen und –motive entwirft, umso mehr spinnt sich von ganz allein eine Geschichte im Kopf zurecht. Das beste Buch schreibt man demnach, wenn man vor dem eigentlichen Niederschreiben schon grob (und im Idealfall: genau) weiß, was ein paar Kapitel später passieren wird und warum das wichtig ist für den Mittelteil des Buches. Denn so erzeugt man auch über viele Seiten hinweg Spannung (man muss wissen, was man spannend macht und wie und wo man die Spannung auflöst).

An dieser Stelle haben Sie noch kaum etwas vom Haupttext Ihres Buches notiert, aber Sie sind ausgerüstet mit allem, was Sie brauchen, um sich später beim Schreiben wohlzufühlen: Sie wissen Bescheid (Recherche) und sie haben ihrer Idee Leben eingehaucht (Buchkonzeption und Skizzen). Sind Sie an dieser Stelle angekommen, werden Sie merken, dass die zweite oben genannte Angstursache (die vielen Seiten, die es noch zu schreiben gilt) schon weit in den Hintergrund gerückt ist. Denn nun wissen Sie, was sie alles auf diese vielen leeren Seiten schreiben können. Aber dennoch: Es steht noch nichts da, was mal ein Buch werden könnte, und Sie haben schon viele, viele Stunden an der Ausgestaltung Ihrer Idee verbracht. Jetzt heißt es: letzte Vorbereitungen treffen, sich selbst motivieren und dann wird losgelegt.

Der letzte Schritt, bevor es an die Schreibarbeit geht, ist das Organisieren der Handlung in Kapitel. Sie wissen, was Sie alles behandeln wollen, Sie wissen, was alles vorkommen muss, und Sie wissen, wodurch Ihre Spannung erzeugt wird. Diese Textknochen fügen Sie jetzt zu einem Textskelett. Entwerfen Sie die ersten 10 bis 20 Kapitel Ihres Buches, notieren Sie sich, was darin geschehen soll. Und fertig ist Ihre eigene Buchvorlage, der Sie im letzten Schritt nun „bloß“ noch Leben einhauchen müssen. Es spielt übrigens keine Rolle, wenn Sie nicht alle Kapitel des Buches durchplanen, lassen Sie sich Spielräume für Eingebungen während des Schreibens. Aber orientieren Sie sich immer an Ihren Skizzen, auch wenn Sie die Kapitel später noch einmal umarbeiten.

Und jetzt der Clou: Sie haben die Idee und diese zu einem Konzept gemacht. Aus dem Konzept sind die (noch leeren) Kapitel entstanden. Sagen wir, Sie gliedern Ihr Buch in 52 Kapitel. Und bevor Sie mit Schreiben anfangen, lösen wir noch kurz eine Rechenaufgabe (nicht zufällig entsprechen die 52 Kapitel den 52 Wochen des Jahres). Ihr Ziel ist eine spannende Geschichte mit dem Umfang von 400 Taschenbuchseiten. 400 Seiten ÷ 52 Wochen = ca. 8 Seiten in der Woche. Die weitere Rechnung könnte man sich schenken, aber sie tut gut: 8 Seiten ÷ 7 Tage = etwas mehr als 1 Seite pro Tag.

Lassen Sie uns darüber kurz nachdenken: Sie haben die Idee und Sie wissen, worüber Sie schreiben wollen, und Sie haben Ihre Kapitel und Sie wissen, dass Sie, wenn Sie jeden Tag etwas mehr als eine Seite schreiben, innerhalb eines Jahres Ihr erstes Buch fertiggestellt haben. Da Sie gern schreiben und weil für Sie eine Seite Text am Tag keine Herausforderung ist und weil Sie wissen, was Sie auf diese eine Seite schreiben wollen (aufgrund Ihrer gründlichen Vorarbeiten) – deswegen wissen Sie auch, dass Sie es schaffen, Ihr Buch zu schreiben und keine Angst haben müssen, dass Ihnen nichts mehr einfällt oder dass Sie der Umfang überwältigt.

Um sich noch weiter zu motivieren, rechnen Sie so: Schaffen Sie ca. 3 Seiten an einem Tag, dann haben Sie binnen eines Jahres Ihren 1000 Seiten-Wälzer (wofür natürlich auch genug Stoff da sein muss!). Oder so: Mit 5 Seiten am Tag, haben sie Ihre 400 Taschenbuchseiten in 80 Tagen fertig. Oder rechnen Sie so, wie es Sie motiviert. Wenn Sie die magische Einheit, 1 Jahr, in Ihre Berechnungen einbringen, dann kommen Sie für fast alle Bücher immer zu demselben Ergebnis: Das schaffe ich!

Es sei zum Schluss dieses Eintrags noch angemerkt, dass es in diesem Artikel darum ging, ein Buch in einem Jahr zu schreiben. Die Ideenfindung und Konzeption sind da nicht mit eingerechnet. Aber wenn Sie am Tag etwa 3 Seiten schreiben, dann haben Sie noch 6 Monate, um Ihr Buch zu planen. Erliegen Sie dabei bitte nicht der Illusion, dass eine gute Planung auch zu einem sicheren Erfolg führt. Denn der Erfolg bestimmt sich durch viele zufällige Faktoren am Buchmarkt. Dennoch können Sie Ihre Chancen erhöhen, je besser Ihre Idee ist und umso gründlicher Ihre Vorarbeiten sind.

Denken Sie aber auch daran, dass 100 Autoren aus einer Buchskizze 100 verschieden gute Bücher machen können. Sie müssen zu den besten dieser 100 gehören. Also lassen Sie all Ihr Sprachgefühl und Ihre Kreativität in Ihre Sätze fließen, nachdem Sie festgestellt haben, dass Ihr Buch schon in greifbarer Nähe (1 Jahr!) ist. Denn das ist die zweite Seite des Autorenhandwerks, neben dem Erfinden und Planen des Inhalts: das Schreiben (und das geht umso besser, wenn Sie sich nicht immer Gedanken machen müssen, was Sie schreiben, sondern nur noch: wie Sie es am besten zu Papier bringen).

In diesem Sinne: Wir lesen uns – spätestens in einem Jahr!

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[Nahdenken! #2] Kreativ kopiert, verliert

Über rollende Rubel freut man sich, überrollende Rubel dagegen können schnell wehtun. Herzlich willkommen zum zweiten Artikel in der Kolumne „Nahdenken!“

Es geht um das: Geld. Und es geht um das: Schreiben. Beide fügen sich oftmals nicht in die Verbindung, die man sich wünsch, besonders dann nicht, wenn man selbst Autor ist. Man schreibt zwar, aber das liebe Geld will nicht so richtig. Viele Autoren kennen die Situation und es ist vor allem für Erstveröffentlichungen schwierig, den Absatz zu finden, den man sich erhofft. Es ist schwer dahin zu kommen, dass sich die viele Zeit, die man ins Schreiben gesteckt hat, auszahlt. Das kennen viele und daran lässt sich auch nichts ändern. Der Beruf des Schriftstellers ist einer, der Mut erfordert, aber auch einer, der neben allem Mut immer vom Wohlwollen der Leser und oft von der Veröffentlichung bei einem Verlag abhängt. Doch wie kommt man nun verflixt nochmal dahin, dass sich die Mühe und all das Herzblut endlich lohnen?

Eine Antwort – und das ist gerade diejenige, von der ich abraten möchte – ist das kreative Kopieren von Stoffen, Perspektiven und Trends. Kreativ nenne ich es deswegen, da ich fest davon überzeugt bin, dass jedes Kopieren immer vor dem Hintergrund einer eigenen Vorstellung stattfindet. Meint: Ich lese etwas, es gefällt mir und es ist erfolgreich, ich mach es auch so. Prinzipiell ist dagegen natürlich nichts einzuwenden, denn man plagiiert schließlich nicht, sondern man lässt sich lediglich stark inspirieren. Das ist in Ordnung, aber das kann schnell gefährlich werden.

Denn jeder kennt das Gefühl, wenn man ein Buch ermüdet aus der Hand legt, weil man das Gefühl hat, es so ähnlich schon tausendmal gelesen zu haben. Und wenn das passiert, dann kommt es gar nicht erst dazu, dass der Rubel an Fahrt gewinnt, und dann kommt er auch nie bei einem selbst an. Denn der Widerspruch liegt schon in der Überlegung, die hinter einem solchen Vorgehen steckt: Ich mach es wie andere! Aber wenn ich etwas wie jemand anderes mache, so ist das Ergebnis immer: etwas, das ich mache wie jemand anderes. Das klingt blöd, aber es ist so. Das „ich“ bekommt man nicht weg, man wird nie zum Original, man bleibt der, der nachmacht (wie kreativ auch immer).

Betrachtet man das aus finanzieller Perspektive, dann sieht das folgendermaßen aus: Etwas ist gut und neu und erfolgreich – es bringt viel Geld. Das will man natürlich auch. Wenn man es nachmacht, dann kann es immer noch gut sein (und eventuell auch erfolgreich), aber es wird natürlich nicht zu etwas Neuem. Das liegt ja in der Natur der Sache. Nun ist es aber gerade so, dass die bekanntesten Autoren auch diejenigen sind, von denen man gern etwas nachmachen möchte (denn man findet es ja gerade mit vielen anderen Lesern zusammen gut, deswegen wird es ja erst erfolgreich). Verständlich, aber das kann langfristig doch nicht das Ziel sein, wenn man mit ganzem Herzen schreibt! Man will doch nicht nur den Profit, man will doch auch zu einer Schriftstellerin oder zu einem Schriftsteller werden, von dem die anderen abschreiben wollen!

Natürlich wieder einmal leichter gesagt, als getan. Aber ich denke, dass jeder, der sich dem Schreiben verschrieben hat (Entschuldigung!), dies tut, weil es ein innerer Drang ist und nicht, weil man schnell Geld machen will (dies wäre das wünschenswerte Ergebnis, keine Frage). Doch das schnelle Geld als Autor zu verdienen, ist in etwa so wahrscheinlich, wie das schnelle Geld beim Lottospielen einzuheimsen. Mit einem Unterschied, wohlgemerkt! Beim Lotto stehen die Chancen immer gleich schlecht, beim Schreiben kann man seine Chancen beeinflussen. Und ein erster Schritt dazu ist der, dass man dem Leser auf keinem Fall das Gefühl vermittelt, dass er schon tausendmal gelesen hat, was er dort vor sich sieht.

Was heißt das bis hierher? Kreatives Kopieren kann gut und erfolgreich sein, aber es wird nie zu etwas führen, das für viele andere inspirierend wirkt. Drei Gründe, warum das langfristig schlecht ist: man wird unzufrieden mit sich selbst, wenn man nichts Eigenes schafft; man läuft Gefahr den Leser zu langweilen; man wird für andere nie das Vorbild sein, von dem man selbst kreativ kopierte (weil man nichts Neues, nicht Kopierwürdiges schafft). Schlussfolgerung: Immer etwas völlig Neues erfinden! Um Gottes Willen, bloß nicht. Die Schlussfolgerung ist natürlich völliger Mumpitz und keinesfalls, wozu ich als Alternative raten möchte. Denn wenn schon nicht allen gelingt, ein Buch gut kreativ zu kopieren, so gelingt es nur den Allerwenigsten, eines ganz neu und innovativ zu machen. Richtige Schlussfolgerung: an dem orientieren, was es schon gibt. Das klingt jetzt wie ein Widerspruch, ich weiß.

Dennoch liegt darin der erste Schritt, ein Buch zu Scheiben, was der Verleger im Programm haben will und was der Leser bis zum Schluss gierig in der Hand hält. Denn ich meine nicht, man soll sich an dem orientieren, was es schon gibt im Buchhandel, sondern, was es in einem selbst schon gibt. Denn wenn ich schreibe, wofür ich mich interessiere, dann wird es zu etwas, das ich gemacht habe, wie ich es will – und darin liegt schon der ganze Unterschied zu dem Satz weiter oben, wo es hieß: „so ist das Ergebnis immer: etwas, das ich mache wie jemand anderes.“ Nicht das „ich“ muss weg, damit man sich möglichst dem „jemand anderes“ annähert! Das „jemand anderes“ muss weg.

Indem man dieses „jemand anderes“ von sich wegschiebt, sollte man sich aber auch keinesfalls isolieren. Viel zu lesen und vieles gut zu finden (und auch vieles schlecht), ist Grundvoraussetzung jedes Schreibens. Aber der Satz „Ich will wie jemand anderes“, der muss verschwinden. Her muss: „Jetzt will ich!“ – und dann wird in die Tasten gehauen bzw. beginnt man dann, sich sein Buch auszudenken. Inspirieren lassen, natürlich. Kreativ kopieren: bitte nicht.

Denn wenn der Rubel rollen soll, dann darf weder der Verleger das Gefühl haben: „Nichts Eigenes drin, weg damit“ und auch der Leser darf nicht denken: „Schon wieder immer dasselbe!“ Und da der Verlag nicht will, dass der Leser so etwas denkt, wird er es auch selbst merken und eventuell von einer Veröffentlichung absehen. – Daher kommt dann auch der viele Mut, der zum Schreiben nötig ist. Denn man muss sagen: Ich mach das jetzt, wie ich es will, auch wenn zurzeit viele es anders machen; denn ich will das. Come hell or high water! Und glauben Sie mir, wenn Sie es machen, wie Sie es wollen, dann merken das auch Verlag und Leser, dass hier ein Autor das gemacht hat, was er wollte – und nicht, was er kopieren wollte.

Das ist das Geheimnis. Und jetzt braucht es nur noch die ganzen anderen Dinge, die für gutes Schreiben nötig sind: Begabung, Ausdauer, gute Ideen, viel Zeit und Geduld – die Liste könnte noch sehr viel länger werden, aber ich fasse zusammen. Wenn Sie das Geheimnis (was eigentlich gar nicht so geheim ist) erkannt haben, dann braucht es: den Mut der Autorin, den Mut des Autors. Denn ohne den geht gar nichts. Nicht einmal, etwas zu kopieren (besonders dann, wenn es nicht kreativ kopiert wurde) … man weiß ja durch die Medien, wozu das im schlimmsten Fall führen kann und dass das oft mit Rücktritten verbunden ist.

Denn dann wurde man vom Rubel überrollt: Man will ihn, man greift nach ihm, man bekommt ihn, doch dann erwischt er einen, und man liegt da. Man war wer, aber man hat nichts hinterlassen (außer sich selbst auf dem Boden). Um Freund mit dem Rubel zu werden, muss man zuerst Freund mit sich selbst sein. Denn die Freundschaft zum Rubel ist immer eine tückische, die zu sich selbst eine notwendige.