[Der lyrische Mittwoch, Folge 3] Wolfgang Schnier – Zeitläufe

Herzlich willkommen zur dritten Folge des lyrischen Mittwochs! Dieses Mal begleiten uns das Gedicht und die Antworten des Dichters Wolfgang Schnier durch den Artikel. Wolfgang lebt im kleinsten Bundesland der Republik und betreibt den Tintenblut-Blog, der sich seinem schriftstellerischen Schaffen widmet und auf welchem er regelmäßig neue Literatur veröffentlicht. Über ihn selbst liest man, dass er mit seinen Texten stets einem erhofften Happy End hinterher schreibt, dem Gedanken, „wir hätten doch ein besseres Leben verdient“, und dem Wunsch, „die Zeit würde nicht so schnell davon galoppieren“. Nach zehn Jahren Studium und Reise um die Welt ist er in seine Heimat zurückgekehrt, in der er gern Bücher liest, „bei denen man noch umblättern kann“, und aus der heraus er seinen Inspirationen für eigene Lyrik und Prosa folgt. Ich freue mich, ihn heute hier auf dem textbasis.blog begrüßen zu dürfen!
Der Wunsch nach einem Happy End ist immer auch der Wunsch nach Ruhe, zumindest am Ende. Dem Lauf der Zeit das Monotone der beruhigten Gewissheit anheften. In einer einfallsreichen Variation des Hirtenmotives blinken die Sterne der Ewigkeit auf uns herab. Keine Bedrohungen aus den Schatten, keine wilden Tiere und auch keine Helden zwängen sich durch das Bild der farbinvertierten Schafherde. Ganz ruhig existieren, die Idylle der Unaufgeregtheit genießen –

Zeitläufe

Ich sah einen Schäfer weit oben auf dem Hügel stehen,
die Sonne hing hinter ihm am Abendhimmel.
Ich sah vereinzelt Sterne blitzen,
gestern, heute, fern und doch so nah.

Die Schafe auf dem Hügel waren alle schwarz,
nur eines nicht, eines sah ich, das war weiß.
Und das mümmelte am Ampferstock.

‘Hallo auf der anderen Seite der Schatten’,
rief der Schäfer. So stand ich da und lauschte
in den Abendhimmel hinein.
Und wartete bei den Schafen.

Doch es kam kein Wolf. Und kein Schaf ging verloren und
kein Held wurde geboren. Ich schaute dem Schaf beim Schmatzen zu.

Und das Schaf wurde nicht schwarz und
kein Schaf wurde weiß.
Und der Schäfer stand unter den Sternen,
gestern, heute, nah und doch so fern.

Wolfgang Schnier

Wolfgang Schnier

Textbasis: Um die Welt gereist und nach Hause zurückgekehrt. Ich freue mich, dass ich heute dein Gedicht „Zeitläufe“ hier vorstellen darf, welches mich seit dem ersten Lesen sofort mit seiner Klangtiefe und nachhallenden Ruhe fasziniert hat. Vielen Dank für die Teilnahme am lyrischen Mittwoch, Wolfgang! Man sagt, wer eine Reise tut, der könne viel erzählen. Und du hast die Welt gesehen, bist unterwegs gewesen. Nun ist das Erzählen ja nicht unbedingt die Hauptdomäne der Lyrik. Wo bist du überall gewesen und wie beeinflussen dich deine Reiseerfahrungen beim Verfassen von Gedichten, oder gibt es da gar keine Verbindung?
Wolfgang Schnier: Walter Benjamin beobachtet an Leskow zwei Erzählertypen. Der eine ist viel herumgereist und kann von weit entfernten Orten berichten. Der andere Erzähler ist auf seiner Scholle verwurzelt und kann von der Weisheit des Ortes erzählen, dem er sich verbunden fühlt. Daran knüpfte ich ein wenig bei der Beschreibung an: Dies sind Idealtypen, die sich miteinander vermischen und gegenseitig ergänzen. Ich habe einige Zeit in den USA gelebt und habe diese Eindrücke mit nach Hause gebracht. Diese speziellen Reiseerfahrungen spielen bei meinen Gedichten jedoch selten eine Rolle, ich schreibe keine Reise-Lyrik. Gedichte, denke ich, spiegeln etwas zutiefst Subjektives und Individuelles wider. Gedichte sind Ausdruck und Verankerung des Individuellen – und darin gebrochen lässt sich das Allgemeine erkennen. Ich schreibe heute andere Gedichte als vor meiner Zeit im Ausland, somit spielen Reiseerfahrungen eine Rolle hinsichtlich der Lebenserfahrung. In einem Gedicht schaue ich aber tatsächlich zurück auf meine Zeit in den USA. Es ist auch bislang mein einziges Gedicht in englischer Sprache.
Es stimmt schon, dass Gedichte nicht in erster Linie etwas erzählen. Jemand schrieb jedoch mal, das Gedicht „spricht den Traum einer Welt aus, in der es anders wäre“. Dadurch eröffnet sich eine ganz weite Erzähl-Perspektive der Dichtung. Ein Gedicht gibt Raum zum Träumen – und erzählt damit vielleicht dem Gegenüber von Dingen, die er oder sie schon längst verdrängt oder aufgegeben hat. Das Gedicht erinnert das Du an seine Individualität. Und daran, dass es sich noch zu träumen lohnt. Davon handelt Dichtung.

Textbasis: Du schreibst, dass du sowohl Gedichte als auch Prosatexte verfasst. Für mich ist immer die Frage interessant, was die Grundlage für die Entscheidung ist, wie man seine Gedanken ausdrückt. Gibt es überhaupt ein Abwägen oder drängt sich die Art und Weise einfach auf? Intuition oder Nachdenken?
Wolfgang Schnier: Das ergibt sich von selbst, finde ich. In einer meiner Schubladen zum Beispiel liegt ein halbrohes Drama, das sich um einen einzigen Dialog herum gruppiert hatte. Eigentlich wollte ich nur dieses eine Zwiegespräch dokumentieren, das mir im Kopf herumschwirrte, letztlich wurden daraus 15 Szenen auf über 50 Textseiten. Ich bin überhaupt nicht auf die Idee gekommen, dem Ganzen eine andere Form zu geben. Mir fallen andere Entscheidungen ungemein schwerer, zum Beispiel: Welche Erzählperspektive? Und bei Gedichten: Spricht ein lyrisches Ich oder ein lyrisches Du – oder spricht sich das lyrische Ich in dem Du vielleicht selbst an? Und kann man das irgendwie vielleicht offen lassen? Diese Fragen treiben mich mehr um. Allerdings muss ich auch sagen, dass bei mir die Prosa einen kleineren Teil einnimmt als die Lyrik. In der Prosa finde ich den Brief sehr reizvoll, wenn man ihn darunter zählen mag. Wie das Gedicht hält auch der Brief auf ein Du zu, ist persönlich und, so wie ich ihn verstehe, ein Stück weit Ausdruck von Individualität. Aber das führt nun etwas zu weit weg. Ich denke, man kann den ein und selben Gegenstand schon mit verschiedenen Textsorten bearbeiten. Aber man wird zu anderen Ergebnissen kommen.

Textbasis: Diese Erläuterungen sind plausibel, denn die ursprüngliche Textidee scheint oft verbunden zu sein mit der Textsorte. In deinem Gedicht steht der Schäfer bei den Schafen, aber er ist allein. Weder die „schwarzen Schafe“ machen Ärger noch wird ein „Held“ gebraucht. Den Zeitläufen setzt du eine scheinbare Idylle der Geborgenheit entgegen. Bedeutet Schreiben für dich – gleich in welcher Form – die Möglichkeit, dem unaufhaltsam Progressiven das Fixe des Textes entgegenzusetzen, ein bisschen das Schnelle aus unserem Alltag herauszunehmen? Oder ist diese Herangehensweise eher auf „Zeitläufe“ beschränkt?
Wolfgang Schnier: Der Sinn von Sprache ist die Dichtung, sagte mir mal jemand. Sie bietet, finde ich, in einer verwalteten Welt ein Residuum, das einem die Möglichkeit eröffnet, sich den alltäglichen kulturindustriellen Zumutungen zu entziehen. Wenn die Welt zu einer Verwahranstalt nicht erfüllter Träume wird, wartet womöglich der Mensch darauf, dass ein äußeres Ereignis ihm eine Sinnstiftung zukommen lässt, das ihm eine Daseinsberechtigung, eine Zuschreibung seiner Nützlichkeit bestimmt. Davor kann das Gedicht einen womöglich warnen, vielleicht sogar bewahren.
Man sagt, das Leben sei eine mit dem Lebensalter proportional zunehmende Akzelerierung. Ich merke das daran, dass ich meine Uhren überhaupt nicht mehr umstelle, so schnell ändert sich das ja mittlerweile. Was das Gedicht in diesem Punkte leisten kann? Man kann dies zum Gegenstand lyrischer Betrachtung machen, das hielte ich allerdings nicht für sehr spannend. Vielmehr ist jedes Gedicht eine Art individuelle Zustandsbeschreibung, in der sich Gefühle, Sehnsüchte, Sorgen und Nöte, Hoffnungen und Leid spiegeln können. Das Gedicht bietet keine diskursive Erkenntnis an – und ist somit näher an dem Empfinden dran. Das ist auch der Grund, weshalb ich der Meinung bin, dass Dichtung die Daseinsberechtigung aus sich selbst heraus hat – und damit jede/r dringendst angehalten sein sollte, sich lyrisch zu betätigen. Die Frage nach der Qualität stellt sich erst sehr viel später und auch nur unter einem bestimmten Blickwinkel, wenn auch relevantem. Aber seine Daseinsberechtigung hat das Lyrische bedingungslos. Somit kann das Gedicht zu einem Fixpunkt für jeden einzelnen werden, unabhängig von anderen Fragen. Und dann hat das Gedicht vielleicht seinen Zweck schon erfüllt.

Textbasis: Das sind zwei interessante philosophisch-poetologische Punkte, denen ich an dieser Stelle ein bisschen mehr Platz für eine Nachfrage einräumen möchte. Verstehe ich dich richtig, dass einerseits das subjektive Wollen, das auf lyrische Äußerung hinstrebt, seine Berechtigung durch sich selbst aufgrund der phänomenalen Ähnlichkeit zwischen Empfinden und Empfindungstransformation besitzt?; und dass andererseits diese Transformation ins Sprachliche (oder ins Schriftliche) schon in der bloßen Möglichkeit, überhaupt zu empfinden, angelegt ist? Kurzum (und weniger verklausuliert): Muss man nicht erst lernen, was Dichtung, was ein Gedicht genannt wird, bevor man es verfassen kann? Oder gibt es da eine Art Anlage, die den Menschen zu lyrischer Äußerung drängt und die mit der allgemeinen Sprachfähigkeit verwoben ist?
Wolfgang Schnier: Kinder verstehen intuitiv ihre Abzählreime. Sie ergänzen sie und passen sie jeweils für sich selbst an und erfinden stets neue hinzu. Es gab Dichter, die haben diese kindliche Perspektive ein Leben lang gesammelt. Diese Sichtweisen kommen manchem vielleicht naiv vor und der Reflexionsgrad ist sicherlich ein ganz anderer, aber dadurch haben sie doch nicht weniger eine Daseinsberechtigung! Mir sind Bewertungen suspekt, weil sie eine Hierarchie suggerieren, die ich mir für mich nicht anmaßen möchte. Besonders in der Dichtung befindet man sich abseits von dichotomischen Zuschreibungen wie „richtig“ und „falsch“, sobald man die Regelpoetik einmal hinter sich gelassen hat. Natürlich gibt es Gedichte, die sind gelungener als andere. Aber mag ich so etwas abseits meiner eigenen Gedichte entscheiden? Ich bin da skeptisch.
Davon einmal ab, stimmt es schon: Man kann lernen, was Dichtung bedeutet, was ein Gedicht ist. Und man benötigt erst Konventionen, bevor man sie stilvoll brechen kann. Irgendwann merkt man vielleicht auch, dass Begriffe wie „Liebe“, „Sehnsucht“ oder „Hoffnung“ und weitere mittlerweile zu inhaltsleeren Hülsen verkommen sind und von der Kulturindustrie furchtbar zugerichtet wurden. Mag man darüber dichten, sollte man diese Ausdrücke vielleicht meiden. Und dann steht man plötzlich ja mitten in der Dichtung!
Natürlich gibt es Niveauunterschiede, keine Frage. Man kann diese als ein wichtiges Charakteristikum von Lyrik sehen. Die Dichtung als Ausdruck von Individualität zu sehen ist für mich aber ein mindestens ebenso wichtiges Charakteristikum. Ich wäre vorsichtig, bloß dem einen den Vorrang zu gewähren. Wie so oft kommt es auf die Fragestellung und nicht zuletzt auf das dahinterstehende Interesse an. Und das kann man nicht pauschal entscheiden, noch weniger alles in einen Topf werfen.

Textbasis: Vielen Dank für die Erläuterungen. Bleiben wir aber noch ein bisschen bei den Besonderheiten des vorgestellten Gedichtes. Auf deinem Blog und in unserem Schriftwechsel hast du davon gesprochen, dass für „Zeitläufe“ eigentlich kein Titel vorgesehen war. Das hört sich nach einem unscheinbaren Detail an, aber es steckt viel mehr dahinter und im Kern berührt es das Gedicht als solches. Welche Spannung besteht zwischen Titel und Textkörper?
Wolfgang Schnier: Mir fällt es oftmals schwer, einen Titel für ein Gedicht zu finden. Das hat unterschiedliche Gründe, manchmal habe ich mehrere konkurrierende Ideen, manchmal denke ich, das Gedicht braucht keinen Titel. Da ich meine Gedichte auf meinem Blog veröffentliche, brauche ich aus technischen Gründen einen Titel. Da bestimmt die Form den Inhalt ein Stück weit mit, aber das hat mich nur kurz geärgert. Eigentlich hat ein Gedicht nämlich schon einen Titel verdient. Dabei kann der Titel in der Tat auf verschiedene Weise auf den Text wirken. Bei Jo Richter zum Beispiel gibt der Titel des Gedichtes sehr häufig auch das Thema des Gedichtes an. Bei anderen Dichtern bietet der Titel einen möglichen Interpretationsansatz. Der weitaus häufigste Grund, und das ist auch bei „Zeitläufe“ der Fall, weshalb es mir schwer fällt einen Titel zu finden, liegt darin, dass ich meist mit dem Titel nichts vorgeben möchte, wie das Gedicht zu lesen oder verstehen sei. Das Gedicht braucht den Verfasser oder die Verfasserin nur zu seiner Entstehung. Danach ‚gehört‘ das Gedicht seinem Gegenüber, dem Du, auf das es zuhält. Und ich mag diesem Du nicht etwas vorwegnehmen oder etwas aufdrängen, und schon gar nicht an so prominenter Stelle wie dem Titel.
Es kommt in Gedichten immer auch auf das Detail an. Es gibt zum Beispiel Dichter, die gehen sehr vorsichtig mit der Zeichensetzung um, da sie ein sehr mächtiges Instrumentarium ist. Brecht hatte das an einem Beispiel sehr schön gezeigt. Der erste Satz ist das Sprichwort, der zweite stammt von Brecht:

Der Mensch denkt, Gott lenkt.
Der Mensch denkt: Gott lenkt.

Da steckt eine enorme Suggestionskraft alleine in den Satzzeichen. Satzzeichen haben ihre eigene Poetik. Dem muss man sich stellen wie anderen Dingen auch. Da gehört dann der Titel auch dazu. Ich wäre allerdings vorsichtig zu glauben, der Titel eines Gedichtes gäbe immer auch das Thema des Gedichtes an. Er kann darüber hinaus auch einen Interpretationsansatz darstellen, ein Gegengewicht zum Gedicht bilden oder auch ein Hinweis darauf sein, was das Gedicht gerade nicht anspricht.

Textbasis: Diese Einschätzung teile ich mit dir. Leser und Gedicht sind allein, und die Beziehung zwischen beiden ist ganz anderer Art als die zwischen Autor und Gedicht. Dennoch kann der Autor schon mit den kleinsten Details die größten Unterschiede bewirken – wie oben in Brechts Beispiel. Somit haben sich in unserem Gespräch zwei sehr interessante Aspekte herauskristallisiert: einmal die theoretische Überlegung, die sehr schnell komplex und schwierig werden kann; und zum Zweiten dein Rat, die Qualität eines Gedichtes nicht überzubewerten und den Nutzen für die Verfasserin, den Verfasser an erste Stelle zu setzen. Wenn du abwägen müsstest: Was wäre die gewinnbringendere Lyrik (auch für den Leser): diejenige, die höchste Sprachkunst hervorbringt, oder diejenige, die am meisten den eigenen Gefühlen entspricht, unabhängig von der Qualität?
Wolfgang Schnier: Ich würde das nicht pauschal entscheiden wollen. Für den Nachruhm würde es sich anbieten, eine möglichst hohe Sprachkunst hervorzubringen, und am besten in der Weise, wie sie in der späteren Zeit als eine solche empfunden wird. Ich kenne jemanden, der hatte früher einmal freiberuflich eine Gedichtstherapie angeboten. Er hat den Leuten Anfänge von mehr oder weniger bekannten Gedichten gegeben und sie dann gebeten, die Gedichte nach ihren Vorstellungen zu beenden. Dann wurde in der Gruppensitzung über die verschiedenen Gedichte gesprochen. Ich habe davon leider nur gehört und war nie dabei gewesen. Aber ich kann mir nicht vorstellen, dass es da um die höchste Sprachkunst ging oder dass diese dort gefunden wurde. Aber es war für die Teilnehmer ohne Frage sehr gewinnbringend andere Perspektiven zu hören und die eigene einbringen zu können. Ich erzähle das um zu zeigen, dass man dies nicht pauschal beantworten kann und dass man situationsbedingt abwägen muss, was einem wichtiger ist.
Ich schreibe oft, wenn ich schweige. Und ich bin froh, wenn ich dann gelesen werde. Das ist mir sehr wichtig – und ich denke, vielen geht es ähnlich.

Textbasis: Zum Abschluss noch eine ganz andere Frage. Auf deiner Google+-Seite schreibst du, du seist mit etwas „Mahalo“ im Blut wieder in Deutschland angekommen. „Mahalo“, das hawaiische „Danke“ – was bedeutet es für dich, und was könnte es für uns alle bedeuten?
Wolfgang Schnier: Ein Gedicht von Wolfgang Hilbig trägt den Titel „zwischen den paradiesen“. Hilbig meinte damit alles andere als eine Scheinidylle wie es Hawai‘i eine ist. Aber das wird einem vielleicht erst klar, wenn man dort gewesen ist. Man kann versuchen, vor seinen Dämonen davon zu laufen, man kann es tatsächlich bis an das andere Ende der Welt schaffen, nur um festzustellen, dass man sie alle mitgenommen hat. Dieses als Erkenntnis verkaufte Klischee ist nun wirklich ziemlich abgegriffen, aber ich musste das tatsächlich selbst spüren und erleben, bevor ich es glauben konnte. Dankbar bin ich für diese Erkenntnis, für die ich bis dorthin reisen musste.
Ich würde nun nicht sagen, dass dies jeder unbedingt so tun muss. Wenn man die Möglichkeit bekommt, sollte man sie allerdings nutzen. Lebensnotwendig ist sie nicht. Anders ist es da schon mit Lyrik, auch die von Hilbig. Auf die kann man, kann ich, nun wirklich nicht verzichten.

Textbasis: Mit diesem schönen Schluss, sowohl die Möglichkeiten neuer als auch bereits in Gedichten „konservierter“ Erfahrungen zu nutzen, sind wir schon wieder am Ende der heutigen Folge angekommen. Ich hoffe, dass Sie aus den Antworten von Wolfgang Schnier ebenso viel Inspiration erlangen konnten wie ich. Sind Sie neugierig, weitere Texte des Autors zu lesen? Besuchen Sie bitte seinen Tintenblut-Blog. Einen letzten Dank an dieser Stelle an dich, lieber Wolfgang, dass du auch diesen Mittwoch mit deinem Gedicht und deinen Antworten zu einem lyrischen gemacht hast. Dankeschön!

PS: Wer von Ihnen ebenfalls Lust hat, eines seiner Gedichte hier vorzustellen und ein paar Worte über sich zu sagen, kontaktiere mich bitte per E-Mail, folge mir mit seinem Blog, oder mache auf andere Weise auf sich aufmerksam. Ich würde mich freuen, ein Zeichen von Ihnen zu erhalten.

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Über Sebastian Schmidt

Ich arbeite als freier Lektor (www.lektorat-textbasis.de) und mag gute Bücher. Vor meiner freiberuflichen Tätigkeit habe ich Germanistik und Philosophie studiert (M. A.) sowie als Bibliotheksangestellter gearbeitet. Neben der Zusammenarbeit mit Autoren und Verlagen liebe ich die Musik. Blogadresse: textbasis.wordpress.com Zeige alle Beiträge von Sebastian Schmidt

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