Monatsarchiv: September 2013

[Ausschreibung] Die Gewinner stehen fest!

Liebe Leserinnen und Leser,
liebe Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Ausschreibung,

nun ist es so weit! Alle Benachrichtigungen sind verschickt und zu allen, die einen Text eingesandt hatten, habe ich inzwischen Kontakt aufgenommen. Besonders habe ich mich gefreut über die interessanten Gespräche, die sich während und im Anschluss der Ausschreibung ergeben haben. Diese Ausschreibung war und ist ein tolles Erlebnis für mich, das jetzt in die zweite Runde geht, und nun hoffentlich auch zu einem schönen Erlebnis für alle Mitlesenden wird. Denn natürlich stehen die Veröffentlichung der Gewinnertexte sowie Interviews und ein paar Folgen des lyrischen Mittwochs bevor, die direkt an die Ausschreibung anknüpfen.

Die Auswahl der Gewinnertexte war am Ende sehr schwer für mich. Denn nach einer sorgfältigen Vorauswahl und ab einem (un)bestimmten qualitativen Punkt konnte ich nicht mehr objektiv entscheiden, warum eine Einsendung tatsächlich besser gewesen ist als eine andere. Das liegt wahrscheinlich auch im Wesen der Kunst selbst begründet, da sie sich objektiver Beurteilung geradezu entzieht und letztendlich immer das Persönliche, das Subjektive einfordert. Mir erging es nicht anders, und schließlich habe ich zu einem gewissen Teil auch „aus dem lyrischen Bauch heraus“ entscheiden müssen.

Doch der vielen Worte nun genug! Ganz herzlich darf ich den Gewinnern der Ausschreibung „Des Sommers dunkle Seite“ des textbasis.blogs gratulieren!

Den zweiten Platz belegt mit einem hypnotischen Sommergedicht, entlang eines verschwommenen Weges, auf dem sich Außenwelt und Impression ineinander verschränken,

Benjamin Bläsi.

Sein Gedicht trägt den Titel „Violetter Wind“ und dieser vermittelt bereits einen Vorgeschmack auf die starken Verse, die Sie bald erwarten werden. Ich verspreche, dass sie mit magischem Sprachgefühl und intensiven, kraftvollen Bildern ganz wunderbar zaubern. Herzlichen Glückwunsch. –

(Denken Sie sich bitte einen anschwellenden Trommelwirbel!) Und nun der erste Platz der aktuellen Ausschreibung, der nach einem knappen Kopf-an-Kopf-Rennen mit Benjamin Bläsis Gedicht dem Gewinner zufiel: Auch ihm darf ich aus ganzem Herzen gratulieren – zu einer wunderbaren kleinen Geschichte, die in wellenschlagender Form zwischen sommerlicher Urlaubsstimmung und Selbstreflexion hin und her wechselt und dabei, auch für den Erzähler, zusehends Nachdenken und Wirklichkeit vermischt und verwebt. Unaufgeregt entspannt und komplex wogend-verwoben erreicht den ersten Platz die Erzählung „– Seestück –“ von

Matthias Engels.

Auch dieser Text wird bald auf dem textbasis.blog veröffentlicht werden. Ein Interview mit Matthias Engels folgt überdies, zugesagt hat er bereits. Sie dürfen sich demnach freuen – ich tue es ebenfalls – auf ein interessantes Gespräch mit dem ehemaligen Teilnehmer der vierzehnten Folge des lyrischen Mittwochs!

Vielen, vielen, vielen Dank abschließend noch einmal an alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer, ohne Sie und ohne euch hätte es diese kleine Ausschreibung nicht geben können! Ich war erstaunt, wie viele mitgemacht haben; es war mir eine große Ehre!

Die Überraschungsgedichtbände werden natürlich ebenfalls in Kürze auf die Reise gehen.

Matthias Engels, Platz 1, gewinnt: eine signierte, limitierte Ausgabe von Ingolf Brökels Gedichtband „im abraum“!

Benjamin Bläsi, Platz 2, gewinnt: den aktuellen Gedichtband von Tristan Marquardt „das amortisiert sich nicht“!

Ich wünsche den Gewinnern viel Spaß mit diesen wunderbaren Lyrikbänden, mögen Sie unterhalten, inspirieren und faszinieren ohne Verfallsdatum.

Bis bald, und bleiben Sie lyrisch!

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Das Ende ist nah! Aktuelle Informationen zur Ausschreibung.

So schnell ist nun der 15.09.2013 herangerückt. Nur noch wenige Stunden, bis die Ausschreibung „Des Sommers dunkle Seite“ zu Ende geht. Auch heute kamen noch Texte bei mir im Postfach an, vielleicht waren es ja noch nicht die letzten. Und – thematisch passend – hält auch das richtig schlechte Wetter pünktlich zum Stichtag Einzug. Mir scheint es, als reichten sich Sommer und Herbst fröhlich die Hände.

Wichtiger jedoch als das Wetter, dass neben mir zum Fenster hereinlugt, ist das weitere Vorgehen im Zusammenhang mit der Ausschreibung. Für alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die Ihre Texte an mich gesandt haben, hier kurz ein paar Worte:

Sobald mir alle Einsendungen vorliegen, nehme ich eine gründliche Sichtung vor und picke innerhalb der nächsten Tage meine Favoriten heraus. Die Verfasserinnen oder Verfasser derjenigen Texte, die nicht die ersten beiden Plätze belegen, werden von mir angeschrieben und erhalten selbstverständlich eine kurze Rückmeldung.
Die Gewinnerinnen oder Gewinner werden ebenfalls von mir angeschrieben und wir besprechen dann gemeinsam das Vorgehen, tauschen die Adressdaten und organisieren ein bisschen alles Weitere.

(Während ich diesen Artikel verfasse, hüpfte gerade eine weitere Einsendung ins Postfach. Es ist also noch nicht die letzte Ruhe des Ausschreibungs-Treibens eingekehrt). Deswegen möchte ich mich, der Mitternacht heute vorgreifend, jetzt schon ganz herzlich bei allen bedanken, die sich Zeit genommen haben, Texte für die Ausschreibung zu verfassen. Vielen Dank!

PS: Mir ist erst in den letzten Tagen aufgefallen, dass der Ausschreibungstitel ein sehr … markantes Akronym bildet. Ich hoffe, dieses hat niemanden abgeschreckt; vielleicht hat es ja sogar manch eine oder einen motiviert. Es war auf jeden Fall nicht geplant; da hatte der Zufall sein Salz in die Schüssel gegeben.

In eigener Sache: Eventuell haben ein paar Leserinnen oder Leser
bemerkt, dass es in letzter Zeit etwas ruhig geworden war auf dem
Blog. Das lag und liegt daran, dass ich gerade nur sehr wenig Zeit
zum Bloggen finde. Zukünftig wird es vorerst etwas unregelmäßigere
Veröffentlichungs-Rhythmen geben; jedoch werden natürlich auch
weiterhin Folgen des „lyrischen Mittwochs“ und Artikel mit Schreib-
tipps erscheinen. Nur eben nicht mehr in ganz so rasanter Abfolge.
Frohes Schreiben allen!

Als er seine – Gedanken strich.

Fackeln sind bisher keine Alternative zu Streichhölzern. Nicht verwunderlich, erfüllen beide doch unterschiedliche Funktionen. Wer verloren im Labyrinth mit einem Streichholz den Weg leuchten muss, den trifft es nicht viel besser als den Raucher, dem als Anzündgelegenheit einzig eine schwelende Fackel geblieben ist. Sie stimmen hoffentlich insofern mit mir überein, dass es zumindest seltsam wäre, falls ab morgen mit Fackeln geraucht und mit Zündhölzern der Weg geleuchtet werden würde.

Dieses Beispiel erscheint trivial, da es nur das Offenkundige vor Augen führt: Weil wir wissen, was die Wörter Fackel und Streichholz bedeuten, wissen wir auch, wie wir die Gegenstände verwenden müssen. Wir haben den Gebrauch der Wörter (und damit den der Dinge) gelernt. Diese Herangehensweise an Sprache stammt natürlich nicht von mir, sondern von Ludwig Wittgenstein, dessen Sprachphilosophie eventuell einmal Thema eines separaten Artikels sein wird.

Ganz analog zum Fackel-Zündholz-Beispiel verhält es sich auch mit Bindestrichen (-) und Gedankenstrichen (–). Prinzipiell weiß jede Autorin und jeder Autor, was beide unterscheidet. Bindestriche verbinden Wörter oder trennen sie über das Zeilenende hinaus. Sie sagen dem Leser: Hier geht ein Wort noch weiter. Anders der Gedankenstrich; dieser erfüllt abweichende Aufgaben. Zu den wichtigsten gehören wohl, dass er Sprech- beziehungsweise Lesepausen anzeigen kann und die Möglichkeit bietet, Einschübe im Satz unterzubringen. Im Gedankenstrich steckt sehr viel kreatives Potenzial; im Bindestrich hingegen gerade nicht. Dieser erfüllt eher die funktionalen Aufgaben, die Wortzusammengehörigkeit oder die Worttrennung am Zeilenende zu verdeutlichen.

Eine Parabel als Beispiel:

Es war einmal ein junger Fisch, der unbedingt wissen woll-
te, wie es am anderen Ende des Meeres aussieht. [Trennstrich]

Er gab seiner Fischmutter einen blubberigen Kuss, streichelte sanft ihre Seitenlinie und packte sein Reise- und Abenteurergepäck. [Ergänzungsstrich]

Er schwamm und schwamm – und schwamm. [Gedankenstrich (Sprechpause)]

Eines Tages wurde er – die Orientierung hatte er längst verloren – der anstrengenden Reise überdrüssig, und beschloss umzukehren. [Gedankenstrich (Einschub)]

Leider ist es keine Seltenheit, dass man in Texten Bindestriche anstelle der korrekten Gedankenstiche findet. Die Ursachen hierfür sind schnell ausgemacht. Es liegt natürlich nicht daran, dass der Unterschied zwischen Gedankenstrich und Bindestrich nicht bekannt wäre; mit Sicherheit nicht. Lediglich die Umsetzung bei der Eingabe via Tastatur oder Schreibmaschine führt zu Fehlern.

Da die Schreibmaschinen des analogen Zeitalters keine eigene Taste für den Gedankenstrich besaßen, finden wir ihn auch heute noch nicht auf den Tastaturen. Zumindest nicht in der Primärbelegung. Zwar korrigieren bekannte Textverarbeitungsprogramme die Eingabe automatisch und ersetzen Bindestriche durch Gedankenstriche, jedoch ist diese automatisierte Korrektur einerseits fehleranfällig und fördert andererseits einen oberflächlichen Umgang mit der korrekten Zeichensetzung. Denn nicht überall, gerade nicht im Internet, läuft im Hintergrund ein Eingabescanner (zumindest keiner, der automatisch Bindestriche in Gedankenstriche umwandelt …)

Daher braucht es also das Wissen um die richtige Eingabe. Für Windows-Nutzer empfiehlt sich erneut die Verwendung der Alt-Codes (die schon einmal im Beitrag über die korrekte Anwendung der Auslassungspunkte erwähnt wurden). Dazu lediglich die Alt-Taste gedrückt halten, auf dem Ziffernblock die Kombination „0150“ eingeben und Alt hernach wieder loslassen. Das funktioniert unter Windows unabhängig von der jeweiligen Eingabe-Umgebung und lässt folgenden schönen Gedankenstrich erscheinen:  –.

Ausgerüstet mit „0150“ können Sie das richtige Zeichen nahezu überall verwenden – und Ihren Aussagen mehr Nachdruck verleihen. Wichtig ist, wie schon des Öfteren betont, dass Sie bewusst schreiben. Den Unterschied zwischen Gedanken- und Bindestrich zu kennen und damit kreativ Texte zu gestalten und zu verfassen, ist ein Vorteil. Nämlich gegenüber all den Texten, die aus Unkenntnis auf diese Möglichkeiten verzichten und sie falsch anwenden.

Nachdem Sie die Eingabe des Gedankenstriches mittels Alt-Codes verinnerlicht haben, wird es Ihnen kaum mehr auffallen, diese ungewöhnliche Fingerübung während des Schreibens anzuwenden. Da Bindestriche und Gedankenstriche sehr oft vertauscht werden, bedeutet dies, dass Sie durch korrekte Anwendung mit Ihrem Text positiv auffallen können. Nutzen Sie diese und andere kleine Möglichkeiten beim Schreiben; in Addition können sie große Wirkung erzielen.


[Kurz erinnert] Die Ausschreibung „Des Sommers dunkle Seite“ endet bald

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

ganz kurz möchte ich noch einmal an die kleine Ausschreibung hier auf dem Blog erinnern, die nun langsam aber doch zielgerichtet dem Ende entgegenschreitet. Am 15.09.2013 ist Stichtag dieses Experimentes, welches schon zahlreiche wunderbare Zusendungen in mein Postfach getragen hat. Dafür danke ich ganz herzlich allen, die bisher ihre Texte eingesandt haben!

Dennoch freute ich mich natürlich, wenn weitere gute und geniale Texte hereinflattern würden. Hier gibt es deswegen noch einmal den Link zur Ausschreibung mit den Informationen: Des Sommers dunkle Seite.
Und natürlich die Ausschreibung als PDF zum Mitnehmen: klick.