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Ein Blogstock mit Buchfragen

Aufgemerkt: Ich wurde beworfen! Nämlich mit einem Blogstock, den der sehr geschätzte Dichter und Autor Wolfgang Schnier in meine Richtung warf. Ich bin mir nicht vollends sicher, wie nah das am Kettenbrief ist, aber einmal ehrlich, wenn es um Bücher und Lesen geht, dann kann es so schlimm wohl nicht sein. Hinter der gesamten Aktion steht vielmehr der Wunsch, auf ein paar kurzweilige Blogs hinzuweisen und etwas zu erfahren über die Lesegewohnheiten der Betreiberinnen oder Betreiber. Ich finde, das klingt gut, und deswegen freue ich mich, dass ich beworfen wurde, und will sehr gern die Fragen beantworten.

Welches Buch liest du momentan?
Warum liest du das Buch? Was magst du daran?

Hier wäre der Plural wohl besser, denn ich kann mich nicht mehr recht daran erinnern, wann ich das letzte Mal nur ein Buch in Beschlag hatte. Es ist eine schlechte Angewohnheit, allzu viel gleichzeitig zu lesen, zumindest ich habe dann immer das Gefühl, nicht richtig von der Stelle zu kommen. Auf meinem Nachttisch stehen derzeit:

Jesse Jarnon: Big Day coming. Yo La Tengo and the Rise of Indie Rock.
Die bisher einzige Biografie über die wohl beste Band der Welt. Zumindest für mich. Als Yo-La-Tengo-Fan durch und durch natürlich Pflichtlektüre und zusammen mit den schön recherchierten Details einfach wahnsinnig unterhaltsam.

Christoph Buchwald/Jan Wagner (Hg.): Das Jahrbuch der Lyrik 2013.
Zeitgenössische Lyrik in den schönsten Versen. Die Herausgeber haben eine Auswahl getroffen quer durch das aktuelle Spektrum. Vom eher konservativen bis zum modernen Schreiben finden sich nahezu unendlich viele gute Gedichte und ich lese jedes Mal wieder gern darin. Warum ich das lese, klar, weil ich moderne Lyrik liebe und so eine Sammlung bei mir einfach dazugehört, um schnell abtauchen zu können.

Bücher

Peter Buwalda: Bonita Avenue.
Aus Zeitmangel noch immer nicht beendet, aber für mich das beste fast noch neue Buch mit fantastischer Sprache. Schon kurz nachdem es erschienen war, habe ich mich verliebt und die Liebe ist noch immer frisch. Ein bisschen schade ist es, dass Niederländisch nicht zu meinen Stärken zählt, weswegen ich aber umso mehr begeistert bin, was Gregor Seferens in diese Übersetzung an Sprachkraft hineingelegt hat. Die Geschichte ist modern erzählt, die Figuren und Charakterbiografien einfach fantastisch, witzig und tragisch zugleich. Zwar nicht in dem Sinne monumental wie Manns Buddenbrooks, aber wohl bald schon ein Familienroman-Klassiker.

Ben Goldacre: Die Pharma-Lüge.
Ich weiß auch nicht so recht, was mich dazu bewogen hat, dieses Buch zu kaufen. Ich vermute, dass es ein bisschen die interessante Aufmachung gewesen ist. Dabei ist das Thema spannend, jedoch für meinen Geschmack etwas zu reißerisch geschrieben. Wahrscheinlich komme ich deswegen auch nur schwer voran … Als populärwissenschaftliches Sachbuch aber durchaus informativ – und auch nur halb so verschwörerisch, wie es der Titel vermuten lässt.

Noch ungelesen wartet neben diesen Büchern bereits David Copperfield von Charles Dickens auf seinen Einsatz. Ein sehr guter Freund hat mir die Lektüre bereits eine gefühlte Ewigkeit ans Herz gelegt, bisher habe ich es immer aufgeschoben, weil ich nicht noch ein Buch beginnen wollte. Doch ich spüre schon, wie sich dieser Dickens immer mehr an meine Augen drängt.

Wurde dir als Kind vorgelesen? Kannst du dich an eine der Geschichten erinnern?

Oh ja! Vor allem die grimmschen Märchen sind eine schöne Erinnerung, aber auch das Petermännchen ist ganz einmalig gewesen. Von meiner Mutter erdacht, lebte jene kleine Person im Wald und hat allerlei lustige Sachen gewusst und getan. Zwar gab es diese Geschichten nie in geschriebener Form, aber durch das häufige Erzählen waren sie so etwas wie ein Lieblingsbuch ohne Buch. Das hatte den wunderbaren Vorteil, dass man interaktiv, wie ich wohl jetzt sagen würde, mitbestimmen konnte, wie es weitergeht. Und das war natürlich als Kind einfach großartig.

Gibt es einen Protagonisten oder eine Protagonistin, in den/die du mal regelrecht verliebt warst?

Nein. So etwas wie Liebe zu einer Figur erscheint mir auch ehrlich gesagt ein bisschen absurd. Es gab eine Figur, die mich damals ganz schrecklich fasziniert hat und die auch jetzt noch nachwirkt. Ich weiß nicht mehr, wann genau es war, dass ich Hesses Narziß und Goldmund das erste Mal gelesen habe, aber die Figur von Goldmund begeisterte mich von Anfang an. Die romantische Suche quer durch die Welt und dieses Hin und Her zwischen den ideellen Überzeugungen haben ihre Wirkung auf mich als jugendlichen Leser nicht verfehlt. Bis jetzt würde ich sagen, dass Narziß und Goldmund das wichtigste Buch für mich ist, auch wenn sich inzwischen zu all der Romantik ein bisschen mehr Realität gesellt hat.

In welchem Buch würdest du gern leben wollen?

Ich stelle mir das etwas ungemütlich und auf Dauer möglicherweise zu staubig vor. Aber Spaß beiseite würde ich mich wohl in einem Fantasybuch ganz wohlfühlen. Die Welt von Harry Potter gefällt mir sehr gut, aber Voldemort nervt einfach zu sehr und ohne Dumbledore ist es nur halb so witzig. Mittelerde vielleicht, aber da bitte auch nach den großen Schlachten. – Vielleicht wäre es ja auch gar nicht so verkehrt, in einem guten Kochbuch zu leben? Das wäre so eine Art kleines Schlaraffenland dann. Nein! Jetzt habe ich die Lösung: Die Frage ist etwas schief, denn nicht in einem Buch möchte ich leben, sondern zeitgleich mit einer Figur. Dann wäre ich zu gern Arthur Hastings, der Hercule Poirot bei seinen Fällen begleitet. Denn wenn es eine Figur gibt, der ich über die Maßen gern begegnen würde, dann wäre es wohl – Alas! –  dieser schnauzbärtige, kleine Belgier. Dafür verzichte ich auch auf Mittelerde!

Vielleicht haben Sie ja Lust auf das eine oder andere Buch bekommen, das wäre ein schöner Effekt dieser Aktion. Aber nun ist es an mir, den Stock weiterzuwerfen … doch ich werde es nicht tun. Ich habe ein paar befreundeten Bloggerinnen und Bloggern geschrieben, ob sie Lust hätten, das Stöckchen zu fangen, jedoch: Die Reaktionen waren verhalten. Und weil ich den Blockstock nicht ungefragt weitergeben möchte, lege ich ihn an dieser Stelle nieder; sollte sich jemand finden, der große Lust hat, die Runde fortzuführen, so zögere er nicht, das Holz zu ergreifen, ansonsten endet diese Runde hier und heute. (Das klingt wohl dramatischer, als es in Wirklichkeit ist.)


Hallo Welt!

Ich heiße Sie herzlich willkommen auf den Seiten des textbasis.blogs.

In Zukunft möchte ich Ihnen auf dieser Homepage interessante Lese-Empfehlungen und hilfreiche Artikel zu den Themen Texterstellung und Textbearbeitung anbieten. Meine Erfahrungen als Freier Lektor sollen dabei ebenso einfließen wie meine persönliche Begeisterung für Bücher und Sprache im Allgemeinen. Ich wünsche mir, dass Sie auf dem textbasis.blog Anregung und Ermutigung finden, selbst zu schreiben und mit Freude zu texten.
Terry Pratchett sagte einmal sinngemäß, dass Schreiben der größte Spaß sei, den man mit sich selbst haben könne. Damit hat er natürlich Recht und alles, was es dazu braucht, sind Stift und Papier (respektive einen Laptop mit funktionierender Textverarbeitungs-Software; Hammer und Meißel etc. pp.).

Dabei ist es selbstredend nicht immer nur der Spaß, der beim Schreiben im Vordergrund steht. Bücher machen ist harte Arbeit, einen Werbetext zu entwerfen fordert ein feines Gespür für Zielgruppen und Gestaltung, Fachtexte bedürfen klarer Sprache und disziplinierter Gedankenführung und so fort.
Damit aus einem Text ein guter Text wird, steckt viel Zeit und Wissen in seiner Erstellung. Mögen die hier veröffentlichten Beiträge einen Teil dazu beisteuern, dass Sie mit viel Freude und eventuell auch der ein oder anderen neuen Information an Ihre Texte herantreten.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen viel Spaß und eine angenehme Zeit.