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[Linkzeit] Buchpakete gewinnen bei Matthias Czarnetzki / Besser schreiben mit Tipps von g:textet

Auf dem Blog von Matthias Czarnetzki läuft derzeit eine sehr schöne Aktion, bei der ordentlich E-Books abzugreifen sind. Das Vorgehen ist simpel:

1. E-Book mit Leseproben für 0,89 € kaufen oder sich auf seinem Blog als VIP-Leser anmelden (dann gibt’s das Buch geschenkt)
2. Leseproben im E-Book lesen
3. Die Fragen zu den Leseproben beantworten (und hier einsenden)
4. Sind die Antworten richtig, nimmt man automatisch am Gewinnspiel teil

Zu gewinnen gibt es humorvolle Bücher folgender Autoren:

  • Hellmut Pöll
  • Daniel Morawek
  • Dori Mellina
  • Michael Meisheit
  • Herfried Loose
  • Matthias Czarnetzki

Wenn Sie interesse haben, surfen Sie doch kurz auf Matthias Czarnetzkis Blog vorbei, dort gibt’s die Details. Teilnahmeschluss ist der 21.05.2013. Auf zu neuen Büchern!

Doch das war noch nicht alles, was es umsonst gibt! Gudrun Lerchbaum hat auf ihrem Blog g:textet einen wundervollen Artikel mit Tipps zum bewussten Schreiben eingestellt. Ein Venedigaufenthalt und die anstehende Überarbeitung ihres Romans haben Sie dazu bewogen, ein bisschen darüber nachzudenken: „Was darf man, was ist unvermeidlich, was geht gar nicht?“ Gemeint ist die Verwendung floskelhafter Sprache. Kurzweilig und aufschlussreich, uneingeschränkt zu empfehlen! Klick!

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[Nahdenken! #3] Weltbuchtag 2013: Buch, E-Book und Floppy Disk

Welttag des Buches 2013 Logo

Welttag des Buches 2013

Nicht nur, wenn es um die Wurst, auch wenn es ums Buch geht, scheint das Interesse der Menschen ungebremst und allen Entwicklungen zum Trotz nicht niederringbar zu sein. Am 23. April war es wieder soweit: Der Welttag des Buches und des Urheberrechts, kurz der Weltbuchtag, beglückte Bibliophile und Lesefreunde mit vielen Aktionen und unzähligen Artikeln in den Nachrichten, den Zeitungen und auf den Blogs. Auch der textbasis.blog gratuliert da natürlich dem Vielseitigen in ungestümer Euphorie: Juchheirassa! Hurra! Lang soll es leben! Judihui und Holdrio! [An dieser Stelle bitte ich Sie, sich ein effektvolles 3D Feuerwerk vorzustellen – die Einbindung von Pyrotechnik via HTML gestaltete sich schwieriger, als erwartet.]

Die letzte Rakete hat ihre Farben versprüht, das Nachhallen der Explosion wird immer leiser, die letzten Ahhs und Ohhs verfliegen langsam. Und doch möchte ich Sie bitten, noch ein bisschen mit den Gedanken im Himmel zu verweilen. – Denn flogen in den Tag-Clouds, den Wortwölkchen, vergangener Jahre Wörter wie „Seite“, „Papier“ oder „Einband“ um das zentrale Schlagwort „Buch“, so hat sich langsam das ehemals umkreisende Wörtchen „Text“ in die Mitte der Wolke gedrängt. Und um es herum schwirren nun in direkter Nachbarschaft nicht etwa wieder „Seite“, „Papier“ oder „Einband“, sondern „Text“ wird umwirbelt von „Buch“, „E-Book“, „Book-on-Demand“, „Self-Publishing“, „Start-Up“ und vielen anderen. Gerafft also: das Buch ist zum beiläufigen Schlagwort geworden, der medienneutrale Text hat sich im Zentrum positioniert. Das ist keine neue Erkenntnis, die noch nie gesehen wurde, natürlich nicht, denn zu keiner Zeit war jeder Text ein Buch, aber sie verdeutlicht: Das Buch hat es derzeit schwerer, denn Texte werden nicht mehr automatisch zu Büchern, nicht mehr zu Druck-Erzeugnissen.

In der Kolumne Nahdenken! werden die Sachen an den Hörnern geschüttelt, deswegen: Der Text hat das Buch schon lang nicht mehr nötig! Im ersten Nahdenken!-Artikel ging es bereits um das Thema Lesen, der heutige Artikel schließt direkt daran an. Ganz einfach formuliert: Wenn es nur darum gehen würde, dass Texte gelesen werden können, dann müsste nie wieder ein Buch gedruckt werden. Durch Internet, Vernetzung und Online-Bereitstellung, durch E-Book-Reader, Smartphone-Apps und nahezu ortsunabhängigen Datenzugriff könnte jeder Text beinah immer zugänglich gemacht werden. Betrachtet man es so, verwundert es in gewisser Weise, dass überhaupt noch Bücher gedruckt werden, dass es noch Menschen gibt, die ihren Lebensraum mit Gedrucktem in riesigen Bücherregalen verkleinern. – Sie spüren schon, diese Herangehensweise birgt in sich etwas Seltsames. Denn wie die Realität auch ist, so ist sie nun auch wieder nicht – und der Weltbuchtag heißt auch noch immer Weltbuchtag und  nicht Welttexttag.

Woher kommt es also, das Festhalten am Buch? Wären die Menschen Computer, welcher PC würde schon lieber die Floppy einwerfen, als den Download-Button anzuklicken? Wären wir Computer, dann würde es nicht verwundern, wenn das Buch als haptischer Informationsträger schwarzgekleidet zum letzten Gang aufgebrochen wäre. Aber, und das verdeutlich nun die rege Beteiligung am Weltbuchtag gerade wieder eindrucksvoll, das Buch scheint kein Schwarz zu tragen, es scheint in knallbunten Farben durch den Sommer zu spazieren. – Mit dem Online-Banking kann man die Sache nur schwerlich vergleichen. Denn auch da fand eine Auflösung statt, oft muss man nur noch eine kleine Plastikkarte mit Magnetstreifen in einen ebenfalls kleinen Computer schieben und schon ist das Geld weg. Wahrlich möchte ich keinesfalls den Numismatikern zu nahe treten, aber ich könnte mir vorstellen, dass ein Weltmünztag nicht die Begeisterung wie ein Weltbuchtag hervorriefe. Ich denke, dass viele Menschen froh darüber sind, nicht mehr alle Zahlungen mit Bargeld abschließen zu müssen, und auch der vollständigen Ablösung des Münz- und Scheingeldes nicht mit Rage und Ablehnung begegnen würden.

Darum also müsste das Buch eigentlich verschwinden, aber warum tut es das dann doch nicht? Denn obwohl der Mensch den Wegfall des Physischen (wie im Falle des Geldes) nicht immer bedauert, so ist er doch nicht Maschine durch und durch, nur auf effiziente Informationsverarbeitung bedacht. Denn was der KI abgeht, das ist die „Bibliophilhedonie“, weniger schwülstig: der Genuss am Lesen, die Ästhetik der Information, der Lustgewinn durch Unterhaltung. Bei Bildern stellt sich die Frage seltsamerweise nicht, das E-Picture hat das Gemälde nicht abgelöst. Und auch das Buch wird nicht abgelöst werden. Durch E-Books und medienneutrale Texte verliert nämlich nicht das Buch, sondern es gewinnt der Text. Der Text wird zugänglicher und platzsparender, aber das gereicht dem Buche nicht zum Nachteil. Denn E-Book und Buch sind keine Gegner, es sind Formen des Textes. Die eine hat Möglichkeiten, die die andere nicht besitzt. Das Buch in der Hand ist wie Wein statt Wasser. Und das E-Book fährt mit Kraftstoff auf der Überholspur am Pferdekarren vorbei. Wer wollte hier sagen, was besser ist: Wein oder Auto? Die Frage ist falsch! Manchmal muss man schnell ans Ziel, manchmal gibt man sich dem Schönen hin, hier besteht keine Konkurrenz, auch wenn uns die scheinbare Ähnlichkeit zwischen E-Book und Buch das glauben macht.

E-Book bleibt E-Book, und Buch bleibt Buch. Der Weltbuchtag feiert nicht den Sieg des Buches über die elektronischen Möglichkeiten seiner Verbreitung, der Weltbuchtag feiert das Buch als Objekt sinnlicher Lust, er feiert Folgendes: Dass die Menschen sich noch immer die Zeit nehmen, Geld für etwas auszugeben, das ihnen Platz wegnimmt und zu dem sie hingehen müssen. Der Weltbuchtag feiert den Genuss am Lesen, den Spaß am Buch, nicht dessen Vorherrschaft, nicht dessen Zurückgeworfensein. Daran will der Weltbuchtag uns erinnern: Die Zeiten ändern sich, auch die des Buches; die Menschen ändern sich ebenfalls, aber nie des Menschen Freude am Schönen. Denn da punktet das Buch jetzt und wahrscheinlich für immer: Das Buch bleibt die ästhetischere Variante des Lesens, nicht unbedingt immer die nützlichste – aber wann ging es in der Kunst schon ausschließlich um den Nutzen? Das Buch kam etwas spät zu uns, aber, und wer es einmal widerlegen kann, korrigiere mich bitte, das Buch verschwindet erst mit dem letzten Menschen wieder.


Matchbox – Die Zusammenkunft, oder: „Autoren finden Verlage finden Autoren“

Eventuell klingt der Titel etwas nach Science Fiction – aber damit hat der Artikel dieses Sonntags gar nichts zu tun. Aufgreifen möchte ich das leidige Thema: Wie finde ich einen Verlag? Oder mit anderen Worten: Warum findet der Verlag mich nicht? Diese Frage ist natürlich nicht neu und auch nicht zum ersten Mal gestellt. Jedoch: die Antworten sind oft gleich und wiederholen sich. Aber die Aktualität der Frage ist unverändert und viele neue Autorinnen und Autoren sind betroffen. Doch genau an dieser Stelle tut sich etwas und ich finde, dass es hier unbedingt vorgestellt sein sollte.

protoTYPE ist eine Initiative von Forum Zukunft und dem Arbeitskreis Elektronisches Publizieren im Börsenverein des Deutschen Buchhandels. Im protoTYPE-Selbstporträt liest man:

„Nach dem Motto: ‚Schluss mit reden, Zeit zu handeln!‘ bringt protoTYPE Vor-, Quer- und Mitdenker der Branche zusammen. protoTYPE bringt Dinge ins Rollen und führt zusammen, was zusammen gehört: kluge Köpfe und das Potential, die Zukunft neu zu gestalten.“ (klicken Sie hier für die gesamte Selbstbeschreibung)

Und dass das nicht nur gut klingt, sondern auch zu hochinteressanten Ideen führt, wurde dieses Jahr erneut unter Beweis gestellt, indem auf der Leipziger Buchmesse aus allen Ansätzen vier Projekte herauskristallisiert wurden, welche hoffentlich schon bald neuen Wind in die Buchbranche blasen werden. Alle vier Projektprofile finden Sie hier; ich möchte speziell auf das Projekt „Matchbox“ eingehen. Im folgenden Video erklärt Dennis Brunotte, was die Idee hinter Matchbox ist, das auf der Website knackig umschrieben wird mit: „Das Web-Portal, in dem Autoren und Verlage sich finden.

Ich hoffe, dass dies für Ihre Ohren ebenso verlockend und geistreich klingt wie für die meinen. Die besten Einfälle sind die einfachen. So ist es auch hier. „Na klar“, denkt man, „warum gibt es das eigentlich noch nicht?“ Die Vorteile liegen auf der Hand und Herr Brunotte hat sie sympathisch zusammengefasst.

Mit Matchbox soll ein Portal geschaffen werden, das auch neuen und aufstrebenden Autoren die Möglichkeit bietet, ihre Projekte vorzustellen. Durch die Möglichkeit, das gesamte Manuskript einzustellen, fällt E-Mail-Versand und Postversand weg. Zudem finden Autoren eine Plattform, mit der sie gezielt die Flut neuer Bücher umschiffen und wieder mehr Aufmerksamkeit für sich selbst generieren können. Durch E-Publishing und Selbstvertrieb erscheinen immer mehr Bücher auf dem Markt und es ist schwer, das gute vom schlechten Getreide zu trennen. Durch eine passende Selbstdarstellung, eine gekonnte Projektvorstellung und das Netzwerk Matchbox erhöht man seine Chancen aufzufallen um ein Vielfaches; man erreicht schnell die richtige Ziel- beziehungsweise Verlagsgruppe. Ein weiterer Vorteil, den Herr Brunotte herausstellt, ist die Überwindung einer der schwierigsten Hürden für neue Autoren: die fehlenden Beziehungen in die Branche. Diese Beziehungen können durch Matchbox aufgebaut werden.

Dabei endet jedoch die Vision eines zusammenbringenden Netzwerkes zwischen Autoren, Lektoren und Verlagen nicht. Mit der Frage im ersten Abschnitt „Warum findet der Verlag mich nicht?“ habe ich es bereits angedeutet, dass mit Matchbox auch für Lektoren und Verlage eine neue Möglichkeit eröffnet werden kann. Denn wenn Autorenprofil und Projektvorstellung stimmen, dann werden auch Lektoren und Verlage eine solide Grundlage haben, um schnell Entscheidungen zu treffen, ob eine Zusammenarbeit wünschenswert oder ein neuer Titel für das Verlagsprogramm interessant ist. Wenn man darüber schreibt, klingt es so selbstverständlich, dass man sich mehr und mehr wundert, warum noch keiner ein solches Netzwerk entwickelt hat. Aber dies ist lediglich der Beweis für die Genialität des Einfalls.

Auch Leser sollen in das Netzwerk miteinbezogen werden. Die Verbindung von Publikum, Verleger und Autor auf einer Plattform erscheint mir ein gewichtiger Schritt. Man darf gespannt sein, wie diese Zusammenkunft tatsächlich umgesetzt werden wird, jedoch scheint sie gewinnbringend für alle Beteiligten: die Verlage und Lektoren finden schnell Projekte außerhalb ihrer bereits bestehenden Netzwerke; Autoren werden von Verlagen gefunden und umgehen die Hürde fehlender Beziehungen; die Leser dienen gleichzeitig als Indikator für Trends und Ideen und könnten direkt mitgestalten und ihrer Meinung an erster Stelle Gehör verschaffen. Ein Traum, wohlmöglich eine Revolution? Ich hoffe es, denn Matchbox scheint so viel Potenzial für Autoren, Lektoren und Verlage zu bieten, dass nichts davon verschenkt werden sollte!

Ich wünsche dem gesamten Team alles erdenklich Gute bei der Umsetzung, viel Erfolg und den gewünschten Durchschlag – die Weichen sind gestellt, die Lok rollt bereits. Allen anderen protoTYPE-Teams ebenfalls Schaffens- und Durchhaltekraft. Innovation: hoch, hoch, hoch!

Weiterführende Informationen entnehmen Sie bitte dem vollständigen Matchbox Projektprofil.