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[Gute Dialoge schreiben #1] „Ob es wohl regnen wird?“ – „Woher soll ich das wissen?“, oder: Grundlegendes und die »Person-hinter-Wand-und-Hund-Szene«

„Kommst du heute zum Fernsehen?“
„Wie spät soll ich kommen?“
„Um fünf Uhr.“
„Was schauen wir an?“
„Keine Ahnung.“
„Ob es wohl regnen wird?“
„Woher soll ich das wissen?“
„Hätte ja sein sein können“
„Nein, weiß ich nicht.“
„Okay, tschüss.“
„Ja, tschüss.“

Ich hoffe, Sie sind nicht bereits eingeschlafen. Als bittere Schlaftablette erfüllt oben stehender Dialog sicherlich gut seine Aufgabe. Wenn schon elf Dialogzeilen es schaffen, so uninspiriert und lustlos zu sein, wie wird es sich dann erst mit dem restlichen Buch verhalten? Im heutigen Artikel (und in den folgenden dieser Reihe) soll es darum gehen, wie man seine Dialoge ein bisschen aufpeffert und wie man Charaktere schafft, die schon an ihrer Stimme und ihrem Sprechverhalten zu unterscheiden sind.

Damit ein Dialog im Buch funktionieren kann, sollte man sich über drei Punkte klar sein. Der erste ist dabei ganz fundamentaler Natur: Ein Dialog in einem Buch ist nicht wie ein Gespräch im wirklichen Leben. Der zweite hat mit dem Inhalt selbst zu tun: Es muss einen Grund geben, warum gesprochen wird. Schlussendlich der dritte Punkt: Personenstimmen im Roman haben nur eine zweitrangige Akustik. Das bedeutet, dass die Stimmen der Personen im Kopf der Leser zwar irgendwie „klingen“, dass sie aber nicht wirklich hörbar sind. – Im Folgenden sollen diese drei Aspekte ein bisschen näher betrachtet werden.

1. Ein Buch-Dialog ist kein wirkliches Gespräch

Das klingt nicht unbedingt nach einem Geheimnis. Sich dessen bewusst zu sein, ist für gute Dialoge dennoch schon der wichtigste Schritt. Hauptunterschied zwischen Gesprächen im Buch und Gesprächen in der Welt: Gespräche im Buch finden nicht wirklich statt, sie werden geschaffen. Ganz anders im Alltag, hier werden Gespräche nicht geschaffen, hier entstehen sie: in der Warteschlange der Kantine, im Haarstudio oder an der Ausleihe in der Bibliothek. Im realen Leben kann man sich verquatschen oder man gerät in Rechtfertigungsdruck, wo man am liebsten geschwiegen hätte.
In einem Buch wird es nicht passieren, dass eine Person zu lange geschnackt hat und daraufhin den Bus verpasst – wenn die Autorin das nicht will. Darin liegt der Unterschied.

Wer wem begegnet, das ist keinesfalls zufällig, auch wenn es auf den Leser so wirken kann. Warum sollte im Buch also gerade nicht nach dem Wetter gefragt werden, wenn es doch ums Fernschauen geht (wie oben)? – Weil die Dialoge im Buch nicht so funktionieren wie im Leben. Das äußert sich schon darin, dass gesprochene Sprache und Schriftsprache ungefähr so ähnlich sind wie eine lila Socke und eine Aubergine. Gemessen an der Schriftsprache ist gesprochene Sprache ein heilloses Durcheinander, oder andersherum: Gemessen an der gesprochenen Sprache ist Schriftsprache ein Betonkorsett. Wie man es auch wenden will: Als Autor muss man sich von dem Gedanken lösen, dass Gespräche im Buch auch nur ansatzweise Gespräche des wirklichen Lebens wiedergeben (weder in der Themenentfaltung, noch sprachlich). Sie sind weniger schweifend, sie sind sprachlich geglättet, sie entstehen nicht zufällig und sie dauern nur so lange, wie die Autorin die Personen sprechen lässt.

2. Es muss einen Grund geben

Halten wir fest bis hierhin: Gespräche im Buch sind, gemessen an der Realität, sehr eigenwillig. – Und da sie nicht zufällig passieren, muss es irgend einen Grund geben, warum sie stattfinden. Diese Gründe können vielfältig sein. Befinden sich beispielsweise zwei Personen in einem Raum, wird es nahezu unumgänglich sein, sie miteinander sprechen zu lassen. Hat eine Person eine Frage, muss sie eine andere Person fragen. Das scheint so selbstverständlich, dass es kaum der Erwähnung wert ist. Und diese allgemeine Tatsache, dass in einem Buch oft Dialoge vorkommen, soll hier auch nicht thematisiert werden. Weitaus wichtiger ist die Frage, warum die Personen im Buch überhaupt sprechen und warum dies für die Geschichte wichtig ist.

Bleiben wir bei den beiden Personen, die sich gemeinsam in einem Raum aufhalten. Dass sie miteinader sprechen werden, ist ohnehin wahrscheinlich, schließlich sind sie gemeinsam in einem Raum. Aber worüber sie sprechen werden, das ist der Dreh- und Angelpunkt eines guten Dialoges. Denn obschon die Situation Rechtfertigung zum Miteinadersprechen ist, so muss doch wenigstens eine der sprechenden Personen ein Anliegen haben, ein Ziel verfolgen. Dieses Ziel darf nicht die reine Neugierde sein („Sagen Sie mal, Sie haben aber schöne Schuhe, wo haben Sie die denn gekauft?“) Der Dialog muss dazu dienen, die Handlung voranzubringen und das, worüber gesprochen wird, muss zumindest einer Person nutzen. Tut es das nicht, so tritt einfach folgender Fall ein: Sie langweilen Ihre Leser, diese erfahren nichts Neues und das, was sie erfahren, ist für die Handlung uninteressant.

3. Die Buchstaben müssen tönen

Diese zwei grundlegenden Dinge zusammengefasst: Es gibt ein Buch, in dem finden buchtypische Dialoge statt (keine realen), und das Stattfinden dieser Dialoge hat einen Grund, der für die Handlung wichtig ist. – Damit ist nun die Voraussetzung geschaffen, dass Sie einfallsreich werden können, denn jetzt geht es an die kreative Substanz. Sollen ihre Dialoge mehr werden als sich abwechselnde Zeilen im Buch, so brauchen sie zuerst Figuren und diese Figuren benötigen Stimmen. Zur Stimmgestaltung finden Sie weiter unten ein paar Hinweise, für das Ausdenken von Figuren möchte ich hingegen auf die sehr schöne Artikelfolge „A Typical Hero“ bei Katharina V. Haderer’s Kaleidoskop verweisen.

Also zur Stimme. Damit sich nicht zwei Pappenstiele unterhalten, ist es wichtig, die Sprache der Personen einzufärben. Das hat nichts damit zu tun, theoretisch und verkopft an die Sache zu gehen, sondern damit, wie Sie es verstehen, Ihre Charaktere einzigartig zu machen. Die erste Faustregel, eine Charakterstimme markant zu gestalten, ist: Die Eigenheiten seines Charakters sehr gut zu kennen. Ist er zurückhaltend, dann wird er weniger sprechen, ist er aufdringlich, wird er unterbrechen und dauernd schwätzen. Redet ihr Charakter schnell oder schläft er fast ein, ist er ein Obdachloser, ein Arbeiter, ein Professor, ein Lügner, ein Prophet oder ein Weltherrscher? Lassen Sie Merkmale wie Dialekt, grammatikalische Richtigkeit sowie Wortschatzbreite (wiederholt er oft Wörter, spricht er gehoben, variantenreich …) und Höflichkeit mit einfließen.

Doch da es sich, wie in Punkt 1 angesprochen, nicht um reale Gespräche handelt, ist es damit noch nicht getan. Sie haben die Kontrolle über die gesamte Situation. Beschreiben Sie zwischen der wörtlichen Rede der Personen, was die Personen tun, wohin sie schauen. Wenn ihr Erzähler das zulässt, beschreiben Sie auch, was die Personen denken. Haben Sie einen Ich-Erzähler, legen Sie Pausen ein. Obwohl real das Gespräch direkt weitergehen würde, können Sie ab und an den Gedanken Ihres Haupt-Protagonisten nachhängen. Lassen Sie ihn sein Gegenüber bewerten, sodass der Leser indirekt einen weiteren Eindruck des Dialogpartners erhält, eventuell auch einen ganz überraschenden. (Stellen Sie sich eine geifernde Hexe vor, über die der Ich-Erzähler denkt, sie würde engelsgleich sprechen.)

Eine weitere nahezu unerschöpfliche Möglichkeit, einem Protagonisten eine eigene Stimme zu verleihen, funktioniert allerdings gar nicht über die Art und Weise, wie derjenige spricht, sondern mittels seiner Sichtweise auf die Dinge. Nehmen wir an, zwei unterhalten sich über den Tat-Hergang eines Verbrechens. Der klassische Fall: Beide sehen dasselbe, aber einer sieht immer nur die Fakten („Aber da waren doch die Fußabdrücke!“), der andere das Psychologische („Aber warum sollte er das getan haben?“). Diese Personen werden unterscheidbar. Schaffen sie sich Inspector Lestrade/Sherlock Holmes-Situationen, in denen die Gesprächspartner den Gegenstand der Unterhaltung aus ganz verschiedenen Blickwinkeln betrachten und jeweils andere Aspekte betonen.

Schreibübung: Die Person-hinter-Wand-und-Hund-Szene

Da es sich bei diesem Beitrag um den ersten einer Reihe von mehreren Beiträgen handelt (die irgendwann einmal folgen werden), bitte ich um Nachsicht, dass ich hier ganz allgemein spreche und die einzelnen Fälle nicht im Detail durchspiele. Dies soll Material für spätere Artikel werden. Dennoch! Leicht lässt es sich üben, an der Sprache einzelner Personen zu feilen. Die Person-hinter-Wand-und-Hund-Szene eignet sich hierfür sehr gut.

Anleitung (siehe Skizze):

Wir brauchen: eine Bestie von einem Hund (#nn~), eine breite hohe Wand (|=|) und eine geheimnisvolle Person (?). Weiterhin: ein Rollenmodell (R). Und die Spielregeln: Unser Rollenmodell soll die geheimnisvolle Person davon überzeugen, hinter der Wand hervorzutreten, den Hund zu beruhigen und so den Weg freizugeben. (Unnötig zu erwähnen, dass die geheimnisvolle Person hinter der Wand gerade das nicht tun möchte, nämlich unter gar keinen Umständen).

R____#nn~__|=|__?

———————————–>

Und nun ist es nur noch eine Frage von Ideenreichtum und Kreativität, aus dieser Situation die besten Figuren und Figurenstimmen zu entwickeln.

Ein Beispiel zum Abschluss:

R = Fischverkäufer in Eile

„Ich muss zu meinem Fisch! Wenn ich nich in den nächsten fünf Minuten Nachschub in’er Auslage liegen hab, bringt mich der Boss um!“ Noch während er die Worte sprach, ging er auf die Wand zu, die der Unbekannte vor der Tür zum Fischvorratslager errichtet hatte.
„Du wirst deinen Fischvorrat nie wieder sehen, sag Adieu zu deinem fischigen Leben.“ Zusammen mit diesem Satz schoss hinter der Mauer ein Monster hervor, das direkt dem Grimpon Myre zu entstammen schien. Zähnefletschend postierte es sich sich zwischen dem Fischverkäufer und der mysteriösen Wand.
„Schon gut, is schon gut, so war das nich gemeint, Meister, nehm’ Sie die Töle weg.“ Langsam wich der Verkäufer ein paar Schritte zurück, strich sich nervös blinzelnd das Transpirant von der Stirn.
Das Kläffen des Hundes hallte im Korridor wider und schaukelte sich auf zu einhundert Gespensterschreien.
„Nie wieder sollst du frischen Fisch haben!“
„Mensch, was soll’n der Scheiß, ich mach hier nur meine Arbeit, ich hab keine Nerven, mich noch beim Fischeholn rumzuärgern. Den verfluchten Hund weg oder ich kümmre mich um die Sache.“
„Der Hund bleibt – für immer! HAHAHAHA!“
„Du Nase has’ es so gewollt!“ Der Fischverkäufer verschwand hinter seine Theke im Nebenraum und kehrte mit einem mächtigen Zander zurück.
„Wenn du das Viech nich freiwillig aus’m Weg schaffst, dann mach ich das eben.“ Er blickte dem Zander ein letztes Mal tief in die Augen (ganz so als wollte er sich von ihm verabschieden), dann warf er den Fisch nach dem geifernden Hundemaul.
„Dumm, was, dass dein Hund nich zwischen Fleisch von ’nem Menschen und ’nem Fisch unterscheiden kann, was, Meister? Jetzt setzt ’s Prügel.“ Am Hund und an der dicken Mauer vorbei stürmte der Hüter der Fischtheke.
„Du wirs’ meine fischigen Finger zu spüren bekommen“, donnerte es aus dem Bierbauch des Verkäufers. – Aber hinter der Wand war niemand, er schloss kurz die Augen – Wie konnte das sein? –, als er sie wieder öffnete stand er ganz allein mit glibberigen Händen vor der schweren Tür des Kühlraumes. Nur ein halbzerfledderter Zander lag hinter ihm auf dem Boden. Erneut strich er sich mit dem Handrücken über die nasse Stirn und mischte unappetitlich Schweiß und Zanderschleim.

Viel Spaß beim Ausprobieren, bis bald.

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[Linkzeit] Buchpakete gewinnen bei Matthias Czarnetzki / Besser schreiben mit Tipps von g:textet

Auf dem Blog von Matthias Czarnetzki läuft derzeit eine sehr schöne Aktion, bei der ordentlich E-Books abzugreifen sind. Das Vorgehen ist simpel:

1. E-Book mit Leseproben für 0,89 € kaufen oder sich auf seinem Blog als VIP-Leser anmelden (dann gibt’s das Buch geschenkt)
2. Leseproben im E-Book lesen
3. Die Fragen zu den Leseproben beantworten (und hier einsenden)
4. Sind die Antworten richtig, nimmt man automatisch am Gewinnspiel teil

Zu gewinnen gibt es humorvolle Bücher folgender Autoren:

  • Hellmut Pöll
  • Daniel Morawek
  • Dori Mellina
  • Michael Meisheit
  • Herfried Loose
  • Matthias Czarnetzki

Wenn Sie interesse haben, surfen Sie doch kurz auf Matthias Czarnetzkis Blog vorbei, dort gibt’s die Details. Teilnahmeschluss ist der 21.05.2013. Auf zu neuen Büchern!

Doch das war noch nicht alles, was es umsonst gibt! Gudrun Lerchbaum hat auf ihrem Blog g:textet einen wundervollen Artikel mit Tipps zum bewussten Schreiben eingestellt. Ein Venedigaufenthalt und die anstehende Überarbeitung ihres Romans haben Sie dazu bewogen, ein bisschen darüber nachzudenken: „Was darf man, was ist unvermeidlich, was geht gar nicht?“ Gemeint ist die Verwendung floskelhafter Sprache. Kurzweilig und aufschlussreich, uneingeschränkt zu empfehlen! Klick!


[Schreibwerkstatt: Spezifisch perspektivisch #01] „In Rage warf er seine Limonadenflasche“

„Miriam, was haben der plötzliche Wasserrohrbruch und die veranlassten Reparaturen für Auswirkungen auf den bevorstehenden Paradeumzug?“

„Die Folgen sind noch nicht abzusehen, Frank. Sicher ist zumindest, dass es zu Verzögerungen kommen wird. Das Organisationskomitee hat über die großen Lautsprecher verkünden lassen, dass sich der Beginn wohl um mindestens dreißig Minuten verschieben werde. Die bunten Fähnchen der Schaulustigen wirbeln seitdem nicht mehr ganz so hektisch durch die Luft, verhaltene Ruhe scheint die Aufregung hier am Brandenburger Tor geschluckt zu haben. Wie sieht es bei dir aus?“

„Vielen Dank, Miriam! Nicht überall ist es so ruhig geblieben! Ein Team von Spezialisten arbeitete ununterbrochen daran, das sprudelnde Wasser unter Kontrolle zu bringen. Einem besonders eifrigen Zuschauer ging das wohl aber zu langsam: In Rage warf er seine Limonadenflasche in den Sinkkasten und unglücklicherweise traf er dabei einen herbeigeeilten Arbeiter am Kopf, der daraufhin mit einer Platzwunde niederstürzte. Seitdem ruhen hier die Arbeiten, ein Notarzt wurde gerufen, er kämpft sich in diesen Sekunden durch die Menge. Im Hintergrund versucht das Sicherheitspersonal den Limonadenwerfer zu erhaschen, aber der scheint geflüchtet zu sein. Weitere Verzögerungen sind möglich, wir halten Sie auf dem Laufenden! Und damit wieder zu dir, Miriam!“ …

Miriam und Frank sind zurück auf dem textbasis.blog! Und sie haben auch gleich eine neue Kategorie mitgebracht. Herzlich willkommen zum ersten Artikel in der Schreibwerkstatt „Spezifisch perspektivisch“! Der Text oben hat dabei noch wenig mit dem eigentlichen Thema zu tun, unser Radioreporterduo liefert uns lediglich die Vorlage, an der sich kommende Artikel orientieren werden.

Um gute Texte zu schreiben, ist es für Sie als Autorin und Autor wichtig, dass Sie sich Ereignisse aus ganz verschiedenen Perspektiven vorstellen können. Und natürlich auch, dass Sie diese Perspektiven dann in interessante Texte verpacken, um einer Situation den besonderen Moment abzugewinnen. Das ist manchmal nicht ganz einfach, aber in den meisten Fällen eine ziemlich gewinnbringende Arbeit. Und die Ergebnisse sind oft erstaunlich.

„Ich will mitmachen!“ – Das freut mich zu hören. Wenn Sie Lust haben, ein bisschen zu experimentieren, greifen Sie sich aus dem bunten Treiben, das Miram und Frank schildern, einen Teil heraus, beschreiben Sie die Ereignisse aus einer ganz anderen Perspektive, raffen Sie, dehnen Sie, erfinden Sie hinzu! Ich bin gespannt, was Miriam und Frank alles nicht gesehen und gehört haben – und ich würde mich freuen, wenn Sie Ihre Einfälle als Kommentar unter den Text setzen würden, damit wir gemeinsam ein bisschen fachsimpeln und schmunzeln können.

Hier noch ein Vorschlag von mir, wie man die Perspektive etwas verdrehen kann. Vielleicht macht er Ihnen Lust, selbst weiterzuschreiben:

„Jetzt kommt bestimmt gleich sein „Vielen Dank, Miriam!“ – und da war es auch schon wieder. Ich mein’, klar, was soll er denn auch sagen? Aber Miriam hat ja gar keine andere Wahl, als ihm zu antworten, ich mein’, sie kann sich ja nicht einfach hinstellen und sagen, naja, nichts sagen eben, oder? Nee, kann sie nicht. Ich hör ja jetzt schon seit drei Jahren die Reportagen der zwei im Radio, und dieses „Vielen Dank, Miriam!“ hab ich schon in der ersten Sendung gehört, da bin ich gerade Richtung Archenhold-Sternwarte gefahren, das weiß ich noch ganz genau – und da ist mir das auch gleich aufgefallen. Und seitdem immer wieder, ich mein’, ist nicht schlimm, mein’ ich, aber mal ehrlich, jetzt, nach drei Jahren noch? Sie sind ja auch gut, klar, ich mein’, klar, das ist jetzt so ein Detail, und ich kann mir schon vorstellen, was du wieder denkst – aber fällt dir das nicht auch auf? Nee? Hmm, mir fällt so was gleich auf, ist mir ja schon in der ersten Folge aufgefallen, wart’! – Was hat der grad’ gesagt, wer ist erschossen worden?! Wie Limonadenflasche? Jetzt hab ich wegen dir alles verpasst, hoffentlich kommen wir nicht zu spät, wir sind sowieso schon viel zu spät, und einen Parkplatz müssen wir auch noch finden, und alles nur, weil du wieder so lange im Bad gebraucht hast, schau dort! Da vorne sieht man schon die ersten Besucher, wir müssen uns ranhalten!“

Wenn Sie mögen, hauen Sie in die Tasten und lassen Sie Ihrer Kreativität freien Lauf! Ich freue mich auf Ihre Ideen!